Die Marienkirche in Landsberg brannte

Am 1.Juli 2017 entstand im Turm der Marienkirche in Gorzów ein Brand, der nach längerer Zeit durch den mutigen Einsatz der Feuerwehr unter Kontrolle gebrachr werden konnte. Einige Bilder von Herbert Schimmel
 

Bericht über das Genarationentreffen vom 16.06. bis 19.06.2016 in Gorzów-Landsberg/Warthe

„Zeitzeugen gesucht“, so der Anruf von Mgr. Jacek Jeremicz aus Gorzòw 14 Tage vor Beginn des Seminars, der dringend um meine Anwesenheit bat. Jacek Jeremicz ist mir gut bekannt, denn er hat für die deutsch-polnische Zusammenarbeit mit Christa Greuling in der Bundesarbeitsgemeinschaft intensiv und begeistert gearbeitet. Er tut es heute noch für die Stiftung Brandenburg.
 
 
Die "Zeitzeugen" vor der Friedensglocke


Donnerstag, den 16.6.2016:
Am Nachmittag fand nach Anwesenheit aller angereisten Teilnehmer inklusive „Ehemaliger“, Herr Reso und Herr Gablowski, die Begrüßung in der

  • Stadtbibliothek Gorzòw (ehemals Lehmann-Villa, Küstriner Straße) statt.
    Zunächst stand das Sehen und Kennenlernen der Jugendlichen aus dem „Anna-Siemens-Berufskolleg“ aus Herford und den Jugendlichen aus Gorzòw im Vordergrund. Der überwiegende Teil der Jugendlichen machte insbesondere in Anbetracht des vielseitigen Programms einen interessierten Eindruck. Die Herforder Schüler waren in dem Internat untergebracht, das zum II. Lyzeum in der ehemaligen Knabenvolksschule II in der Küstriner Straße gehörte. Hier wurden auch alle Mahlzeiten während des viertägigen Seminars gereicht.
    Freitag, den 17.6.2016:
    Es begann mit einem „Impulsiv-Referat“ zum Thema „Erzwungene Bevölkerungsbewegung nach 1945 als Folge des II. Weltkriegs“, gehalten von Dr. Dariusz Rymar, Leiter des Staatsarchivs in Gorzòw. Ich vermisste jedoch die sachlich gestraffte Ausführung und empfand die Ausweitung des Themas als subjektiv.
    Das zweite Referat „Das Leben in Gorzòw/Landsberg/W. in den ersten Nachkriegsjahren“ hielt Mgr. Monika Kowalska, Leiterin der Abteilung Geschichte im Regionalmuseum Gorzòw. Sie berichtete über die Lebenssituation der ankommenden polnischen Vertriebenen. Bei der anschließenden Diskussion erfolgten nur vereinzelt Fragen seitens der deutschen Jugendlichen.
    Zu dem Thema „Erinnerungen an die Ereignisse 1945“ wurden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt, denen jeweils ein polnischer und ein deutscher Zeitzeuge beiwohnten. Die Zeitzeugen wurden nach ihrem Leben in Landsberg bis zur Flucht 1945 befragt, einschließlich ihrer Erlebnisse und Empfindungen, die die Flucht ausgelöst hat. Die polnische Zeitzeugin in meiner Gruppe berichtete von der Vertreibung durch die Russen aus Ostpolen und die Ankunft in Gorzòw. Sowohl die deutschen als auch die polnischen Jugendlichen nahmen die Berichte beider Seiten mit großem Interesse auf. In vielen Gesichtern sah ich Erstaunen und Empfindungen bei der Verarbeitung dessen, was ihnen vorgetragen wurde.
  • Der Kurator der Stiftung Brandenburg, C. v. Stünzner-Karbe, J. Jeremicz

     

  • Zu dem Thema „Zukunftsprojekt – Gorzower Technologiezentrum GmbH in Stanowice (Stennewitz) – ein EU-gefördertes Projekt; Besichtigung und Diskussion“ wurden wir mit dem Bus nach Stennewitz (zwischen Dühringshof und Liebenow) gefahren. Die märkische Waldlandschaft war für die Herforder „Neuland“ und begeisterte sie.
    Mgr. Ursula Stolarska, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des Technologiezentrums, führte die Teilnehmer mit Erklärungen durch die Räume. Umwelttechnologie steht im Vordergrund sowie Forschung und Anwendung wie z. B. die Verarbeitung flüssiger Abfälle (Klärschlamm), Elektromüll u. a. Ein Jugendforschungszentrum ist auch eingerichtet und heißt „Klub der jungen Erfinder“.
    Den Abschluss des Tages genossen wir in der Gorzower Philharmonie bei einem Klavierkonzert unter dem Motto „Die Vision von Chopin im Kosmos“. Das dort gezeigte Video von der Erde aus der Sicht von Astronauten stand mit thematisch passenden Musikstücken sehr gut im Einklang.
    Sonnabend, den 18.6.2016:
    Auf dem Programm stand eine Stadtrundfahrt mit dem Gorzower Regionalhistoriker Mgr. Ryszard Bronisz, die mich allerdings sehr enttäuschte. Das Motto des Seminars war ja „Was war…was wird kommen“. Bezogen auf das, „Was war“, gab es leider keine ausreichenden Infos über Industrie, Forschung und Kultur in Landsberg. Da die Herforder Jugendlichen ein Berufskolleg besuchen, wären sicher Hinweise auf diese Zweige der Vergangenheit aufklärend gewesen. Nur Namensnennungen boten keine Vermittlung, das Vorbeifahren an erhaltenen Gebäuden wäre wünschenswert gewesen.
    Anschließend besuchten wir die Gastronomieschule, ein gefördertes Projekt der ehemaligen Bundesarbeitsgemeinschaft (L.a.W.). Die Bilder von Ursula Hasse-Dresing und Christa Greuling empfingen uns am Eingang zu dem Klassenraum für BWL. Polnische Schüler klärten mit Unterstützung von Videos über die Arbeit an der Schule auf.
    Brigitte Brandenburg

 

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